Informationen für Eltern von Personen in Ausbildung

Um ein Gesuch um Ausbildungsbeiträge zu beurteilen, werden die Steuerunterlagen beider leiblicher Eltern benötigt. Kooperatives Verhalten von geschiedenen bzw. unverheirateten Eltern erleichtert die Gesuchsbearbeitung. Fehlende Mitwirkung eines Elternteiles ist ein Hauptgrund für Verzögerungen in der Entscheidfällung und benachteiligt die Person in Ausbildung.

Berücksichtigung von Einkommen und Vermögen der Eltern

Der Kanton Zürich unterstützt in Ausbildung stehende Personen mit Beiträgen, sofern die eigenen Mittel und diejenigen der nächsten Angehörigen nicht ausreichen. Als nächste Angehörige gelten Eltern, Stiefeltern und Ehepartner. Einkommen und Vermögen der Eltern müssen selbst dann berücksichtigt werden, wenn die Eltern zivilrechtlich nicht mehr zur Unterstützung ihrer Kinder verpflichtet sind und die Person in Ausbildung den «anrechenbaren Elternbeitrag» von den Eltern rechtlich und faktisch nicht einfordern kann.

Anrechenbarer Elternbeitrag

Die Berücksichtigung der finanziellen Verhältnisse der Eltern erfolgt, indem deren Einkommen und Vermögen gemäss Steuererklärung vom Vorjahr in die Beitragsbemessung eingesetzt werden. Mittels einer in der Stipendienverordnung festgelegten Berechnung wird der «anrechenbare Elternbeitrag» ermittelt. Der Staat geht davon aus, dass die Eltern diesen Beitrag an den Unterhalt ihres in Ausbildung stehenden Kindes beisteuern könnten. Übersteigt der anrechenbare Bedarf der in Ausbildung stehenden Person die Summe der anrechenbaren Einkünfte, hat die Person in Ausbildung gegenüber dem Kanton Zürich einen Anspruch auf Ausbildungsbeiträge (siehe Berechnungsmodell). Andernfalls wird das Gesuch abgewiesen.

Es ist ausgeschlossen, rechtlich durchsetzbare Ansprüche gegenüber den Eltern aus der Beitragsbemessung abzuleiten. Für die Regelung der Unterhaltspflicht zwischen Eltern und Kindern sind ausschliesslich die Zivilgerichte zuständig, nach Massgabe der Bestimmungen im Zivilgesetzbuch (ZGB).